Es war einmal ein Strand, das Meer und ein Fischer
Die Entstehungsgeschichte der Strandbäder in Riccione hat tiefe Wurzeln. Es ist eine Geschichte, die eng mit der Großzügigkeit und Gastfreundschaft einer Stadt verbunden ist, die dem Badeurlaub einen unverwechselbaren Stil verliehen hat. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann man, die heilende Wirkung von Meerbädern, insbesondere bei Anämie, zu verstehen und zu verbreiten. Während sich das Baden in Italien – Viareggio war hier der Vorreiter – zunächst nur zum Vorteil der wohlhabenden Schichten verbreitete, war dies in Riccione anders.
Mit wohltätigem und absolut wegweisendem Geist entstanden in Riccione ab 1861 die ersten Meereshospize für Kinder, die an Tuberkulose litten. Zu dieser Zeit gehörte Riccione noch zu Rimini und zählte nur wenige Einwohner, meist Fischer. Genau sie waren es, die einen neuen Beruf ins Leben riefen: den des Bademeisters (bagnino). Sie kümmerten sich darum, den Strand nutzbar zu machen, bauten Hütten zum Umziehen und Zelte als Sonnenschutz auf und fuhren die Kinder mit Booten aufs Meer hinaus. Am Ende des Sommers bauten sie alles wieder ab.
Diese Geschichte begann mit dem Gesundheitstourismus, der innerhalb weniger Jahrzehnte zur Haupteinnahmequelle Ricciones wurde und schließlich zur Unabhängigkeit von Rimini führte. Bis heute sind die Bademeister von Riccione stark mit ihren Traditionen verbunden. Deshalb findet man nur in Riccione auch heute noch neben den Sonnenschirmen die klassischen Strandzelte, die dem Leben im Sand eine besondere Note von Eleganz und Stil verleihen.